Mitgliederversammlung zeigt wachsende Unterstützung und größte Herausforderungen
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Der Förderverein Frauen- und Kinderschutzhaus Schwäbisch Hall e. V. hat in seiner jüngsten Mitgliederversammlung auf ein bewegtes Jahr 2025 zurückgeblickt. Für den neu konstituierten Vorstand waren es die ersten zwölf Monate im Amt.
„Es gab viel zu lernen und es war eine spannende Zeit, die uns gemeinsam hat wachsen lassen“, so 1. Vorsitzende Sophia Savignano Ungerer bei der Begrüßung. „Die Arbeit in unserem Förderverein ist unglaublich wichtig. Immerhin ist das Frauenhaus für die dort lebenden Frauen oft der erste sichere Ort nach Gewalterfahrungen im heimischen Umfeld. Wir als Förderverein können dazu beitragen, ihnen Normalität und Sicherheit zurückzugeben.“

Starker Mitgliederzuwachs
Der Verein zählt inzwischen 71 Mitglieder, darunter 4 juristische Personen. Ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (55 Mitglieder). Der Vorstand setzt sich derzeit zusammen aus: Sophia Savignano Ungerer (1. Vorsitzende), Elke Hammel (2. Vorsitzende) und Lea Schmitt (Kassiererin). Kassenprüferinnen sind Monika Jörg-Unfried und Heide Blank. Julia Weise unterstützt den Vorstand in der Öffentlichkeitsarbeit.
Hilfe, die im Alltag der Frauen ankommt 2025 finanzierte der Förderverein zahlreiche Maßnahmen, die den Frauen direkt zugutekamen. Zum Beispiel: Einzugshilfen, Schulfotos, Geburtstagsgeschenke, psychologische Beratung, Ausflüge, ein Sommerfest, eine Doula sowie einen Begrüßungskorb für ein dort geborenes Baby. „Ein Geburtstagsgeschenk oder ein gemeinsames Essen sind vermeintlich kleine Dinge, aber unseren Frauen bedeuten sie viel“, unterstreicht die 1. Vorsitzende.
Ein besonderer Höhepunkt war die Fertigstellung des neugestalteten Gartens am Frauenhaus im Wert von rund 40.000 Euro. „Der Garten ist wunderschön geworden und bietet den Kindern tolle Spielmöglichkeiten“, darüber sind sich die Mitglieder einig, während sie gemeinsam Fotos betrachten.
Große Herausforderung: Fehlende Lagermöglichkeit Besonders schwierig bleibt die Ausstattung von Frauen bei ihrem Auszug aus dem Frauenhaus. Möbel wie etwa Tische oder Sitzgelegenheiten, Küchen mit funktionierendem Herd, ebenso Töpfe oder Kinderbetten würden zumeist sehr kurzfristig benötigt, doch es fehlt an Lagerfläche, sodass diese Gegenstände nicht vorab beschafft werden können.
„Unsere Mitarbeitenden durchforsten in Eigenregie dann die Kleinanzeigen und fahren viele Kilometer, um Möbel zu finden, selbst zu transportieren und in die neue Wohnung zu bringen“, zeigt Isabell Boullion, Fachbereichsleiterin am Frauen- und Kinderschutzhaus Schwäbisch Hall, die Problematik praktisch auf, als sie aus der täglichen Arbeit berichtet. „Vielen Außenstehenden fehlt für dieses Problem das Verständnis. Da heißt es oft: Wieso bitten die Frauen nicht einfach ihre Freunde beim Umzug um Hilfe? Aber unseren Frauen fehlt es me
ist schlichtweg an einem eigenen Netzwerk!“
Boullion berichtete zudem, dass 2025 insgesamt 29 Frauen mit ihren Kindern im Haus lebten, 6 wurden nachsorgend begleitet.
„Die Dunkelziffer der Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, ist immens hoch. Viele Betroffene trauen sich aus Angst, Scham oder Abhängigkeit nicht, Hilfe zu suchen oder den Schritt ins Frauenhaus zu wagen. Jede Frau, die den mutigen Schritt zum Frauenhaus geschafft hat, hat eine Hürde überwunden, die für viele unüberwindbar bleibt“, ergänzt Savignano Ungerer. (Mehr dazu im Infokasten*)
Die Stellen für Fachkräfte waren im Haller Frauenhaus zeitweise nicht voll besetzt, dennoch sei die Gemeinschaft im Haus stets von Wertschätzung und gegenseitiger Unterstützung geprägt gewesen.
Diakonieverband: Blick auf das soziale Umfeld
Oliver Klein, Geschäftsführer des Diakonieverbands Schwäbisch Hall, in dessen Trägerschaft sich das Frauenhaus befindet, gab Einblicke in die Arbeit des Verbands. Die Lage im sozialen Bereich werde schwieriger, Schutzkonzepte und Schulungen seien zentral. Klein dankte dem Förderverein ausdrücklich für die wertvolle Zusammenarbeit.
Ausblick: Auch 2026 wird der Förderverein seine Unterstützung fortsetzen. „Natürlich wird es im Herbst auch wieder unseren beliebten Second-Hand-Markt Alles für die Frau geben, mit dem wir im letzten Jahr sage und schreibe 4500 Euro zugunsten des Frauenhauses einnehmen konnten“, macht Savignano Ungerer neugierig. Als Termin dürfen sich alle Interessierten bereits den 10. Oktober im Kalender markieren. „Unser Ziel bleibt es, Frauen und Kindern, die Gewalterfahrungen machen mussten, schnell, unbürokratisch und vor allem mit viel Herz zu helfen.“
Mehr zum Förderverein des Frauen- und Kinderschutzhauses Schwäbisch Hall e. V. gibt es im Netz unter www.foerdervereinfrauenhaussha.de. Neuigkeiten zudem auf Instagram unter @foerderverein_frauenhaus_sha
Info
Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) haben mehr als jede dritte Frau (ca. 35%) in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt (BMFSFJ, 2021: „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“). Dennoch wenden sich nur etwa 20% der Frauen, die Gewalt erleben, an Beratungsstellen oder Frauenhäuser (Destatis, 2023). Diese Zahlen zeigen, wie groß die Dunkelziffer tatsächlich ist.




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